buddha

Buddhismus

Der Begründer des Buddhismus lebte nach der gegenwärtigen Deutung in einer Zeit um das Jahr 400 v.Chr. Als Sohn eines im damaligen Nordindien lebenden Fürsten verließ er in jungen Jahren den von Reichtum und Besitz geprägten Palast seiner Eltern. Sein Ziel bestand darin, unter Berücksichtigung der das menschliche Leben begleitenden Leiden die wahre Natur des Glücks der Menschen zu finden.

Mehrere Jahre der Entsagung, der Meditationen und des Studiums verschiedener Religionslehren führten ihn schließlich zum Erlebnis des als „Bodhi" bezeichneten Erwachens. Die daraus abgeleitete Lehre wurde von ihm, der seinen Namen als „Buddha" erhielt, bis zu seinem Lebensende verbreitet. Mit seinem Tod als einziger „historischer Buddha" im Alter von 80 Jahren begann die buddhistische Zeitrechnung.

Vier Wahrheiten und ein achtfacher Pfad

Bereits aus dieser Entstehungsgeschichte des Buddhismus geht hervor, dass die Lehre weder die eines Gottes noch die eines gottähnlichen Wesens ist. Vielmehr leitet sie sich aus persönlichen Erkenntnissen des Buddhas ab, der ein Verständnis für die Natur des Geistes und der Natur aller Dinge gewonnen hatte. Jedem, der seiner Lehre folgen wolle, legte Buddha nahe, seine Lehre nie blind zu befolgen, sonder vielmehr in persönlicher Selbstverantwortung zu handeln.

Als Antworten auf seine Fragen nach den Ursachen der Leiden der Menschen und auf der Suche nach Möglichkeiten, diese zu beenden, stieß er auf die vier edlen Wahrheiten. Sie besagen, dass Glück vergänglich und Leben Leiden ist. Dieses Leid prägt und begleitet das Leben von der Geburt über Alter und Krankheit bis zum Tod. Als Ursachen des Leidens werden Hass, Verblendung und die Gier der Menschen nach mehr Besitz genannt. Ein Überwinden dieser Eigenschaften beendet die Leiden. Schließlich führt ein „achtfacher Pfad" auf den Weg zum Glück.

Dieser achtfache Pfad besteht in der Hauptsache darin, Einsicht in die Lehre Buddhas zu finden, deren ethische Grundlagen anzuerkennen und durch Meditation an das Ziel zu gelangen und sich von der Gier nach immer mehr Dingen zu befreien.

Gelingt die Befreiung von der Gier jedoch nicht, wird der Mensch nach seinem Tod in einem neuen Körper wiedergeboren. Dies bedeutet im Umkehrschluss, dass das Glück nur der finden kann, der keine Wünsche mehr hat. Dann erst werden seine Gedanken frei und ein Mitgefühl für andere Menschen, Tiere und Pflanzen kann entwickelt werden. Dann ist für jeden Buddhisten der Weg geebnet, um das Nirwana - die Erlösung aus dem Kreis der Wiedergeburt - und damit vom Leiden zu erreichen.

Die Verbreitung des Buddhismus

Nach dem Tod Buddhas verbreitete sich seine Lehre durch Gesandte schrittweise über ganz Indien und in den Ländern Süd- und Ostasiens. So fasste der buddhistische Glaube Fuß in Kambodscha, Sri Lanka, Thailand, China, Japan und Korea. Dabei war allerdings auch zu beobachten, dass es zu unterschiedlichen Auslegungen des Buddhismus und zu einer gewissen Vermischung mit anderen Religionen kam. Hierbei spielte die ausdrückliche Erlaubnis, die Lehren des Buddhismus in Zweifel ziehen zu können, eine nicht zu unterschätzende Rolle.

Indien als Ursprungsland des Buddhismus war eines der ersten Länder, in dem die Lehre bereits ab dem 10. Jahrhundert wieder zugunsten des Hinduismus zurückgedrängt wurde. Heute liegt der Anteil der buddhistisch gläubigen Bevölkerung in Indien ähnlich wie der in Deutschland unter einem Prozent. Kambodscha, Thailand, Myanmar, Bhutan und Sri Lanka gehören zu den Ländern, in denen der Buddhismus am stärksten verbreitet ist.

Im 19. und 20. Jahrhundert führten einige Erscheinungen dazu, dass der Buddhismus eine erneute, verstärkte Zuwendung erfuhr, die bis heute anhält. Dies waren zum einen in vielen asiatischen Ländern die Folgen des Kolonialismus. Zum anderen wurde in vielen Ländern Europas, allerdings nicht in Deutschland, der Buddhismus gegen Ende des 20. Jahrhunderts staatlich als Religion anerkannt. Und schließlich besteht auf europäischer Ebene das Bestreben, die Herausbildung eines europäischen Buddhismus anzustreben. Damit soll seine Integration in die europäische Gesellschaft begünstigt werden.

Diese Webseite verwendet Cookies. Klicken Sie hier für mehr Informationen. Wenn Sie damit einverstanden sind, klicken Sie auf